Mandarin Oriental Savoy
32 | 33 Du 932 Herr Kaufmann, Herr Meier, wie kam es zum Auftrag von Mandarin Oriental? Rolf Kaufmann: Wir wurden vonMandarin Oriental angefragt, ob wir ihr Hotelkonzept, das sie der CS in einemPitch einreichen konn- ten, kalkulieren würden. Nach dem Zuschlag anMandarin Oriental musste sich die Allco in zweiweiterenPitches bei der CS gegenüberMit- bewerbern durchsetzen. Nebst dem Preis wa- ren die Strukturen der inhabergeführtenAllco als KMU mit fünfzig spezialisierten Mitarbei- tern sicher auch ein wichtiges Vergabekrite- rium. Mit unserem langjährigen Mitarbeiter- stab sindwir nahe amProjekt und flexibel, das ist bei komplexen Bauvorhaben sehr wichtig. Urs Meier: Dazu kommt, dass wir vor zehn Jahren als Vollreferenz ein denkmalgeschütz- tes Gebäude gesamtsaniert und neu als Hotel umgestaltet haben. Das Motel One zwischen Paradeplatz und Bahnhof Selnau in Zürich. Das Gebäude hat 394 Hotelzimmer. Es wurde 1915 als Telegrafenamt erbaut, später befan- «Wie ein Dirigent, der das Orchester führt» Der Bau des Mandarin Oriental Savoy in all seinen Facetten erforderte grosse Umsicht. Wie Dirigenten führten Rolf Kaufmann und Urs Meier als Totalunternehmer der Firma Allco das Orchester von Handwerkern und Lieferanten. Sie erzählen, wie das prestigeträchtige Hotel in Zürich in kurzer Zeit umgebaut wurde. ROLF KAUFMANN und URS MEIER im Gespräch mit OLIVER PRANGE den sich darin eine Post und eine Bank, dann wurde es zumHotel umfunktioniert. DieCredit Suisse war in die Projektorganisation invol- viert, wie jetzt auch beim Umbau des Savoys. Was waren nun die speziellen Heraus- forderungen bei diesem Projekt? RK: Unsere Aufgabe ist es immer, eine Zielhar- monisierung der verschiedenen Stakeholder herbeizuführen. Die Vermittlung zwischen den einzelnen Positionen und das Erzielen gemeinsamer Entscheidungen war nicht im- mer einfach, die Kommunikation komplex, auchweil viele verschiedene Sprachen gespro- chenwurden–Spanisch, Französisch,Deutsch. Aber wir haben in diesem vielschichtigen Pro- jekt die Übersicht nicht verloren. Es war hilf- reich, dass wir recht unbeschwert an das Pro- jekt herangegangen sind. Die enorm grosse Aussenwirkung, die ein Hotel am Paradeplatz hat, wurde uns erst am Ende des Projektes wirklich bewusst. UM: Die Herausforderungen waren mannig- faltig. Das begann bereits damit, dass es nebst Mandarin Oriental viele Player gab – wie in jedem derart komplexen Projekt. Alle hatten ihre eigenen Vorstellungen, der Bauherr Mandarin Oriental, Innenarchitekt Tristan Auer oder die Architekten von Monoplan so- wie bis zu vierzehn involvierte Fachplaner- teams. Auch wenn die Ziele klar vorgegeben waren, gab es bei den Projektbeteiligten viele differenzierte Bedürfnisse. Der zentraleOrt war auch in anderer Hin- sicht herausfordernd. DieMaterialienmussten alle durch innerstädtische Zugangswege an- geliefert werden. Und die Stadt begann wäh- rend der Endphase der Bautätigkeit mit der Sanierung des unmittelbaren Zulieferungs- weges, das bedeutete zusätzliche Hürden in einer sonst schon herausfordernden Umge- bung. Unmittelbar angrenzende Geschäfte oder Läden innerhalb des Savoys, die auch während der Bauzeit offen hatten, wie auch Urs Meier und Rolf Kaufmann von der Allco AG.
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