Mandarin Oriental Savoy
24 | 25 Dominik G. Reiner im Gespräch mit Oliver Prange | Du 932 demmüssenwir eine Strategie haben, wie wir vorgehen, wenn es mal der Fall sein sollte. Ausserdem mache ich mir gerade Gedan- ken, ob es wirklich noch zeitgemäss ist, ein All-Day-Dining-Restaurant zu führen, also das klassische Hotelrestaurant. Oder ob es nicht besser wäre, Destination-Restaurants zu haben, die auch für die Locals interessant sind. Wir möchten etwas Besonderes bieten, etwas Aussergewöhnliches, und ob das wei- terhinmit einemklassischenHotelrestaurant möglich ist, müssen wir sehen. Welche Rolle spielt für Sie die gerade angespannte geopolitische Lage? Die bemerkenwir natürlich. Seit demUkraine- krieg haben wir kaum noch russischen Gäste. Die Lage im Nahen Osten beeinflusst unser Geschäft ebenfalls negativ. Die politische Lage wird instabiler, da müssen wir uns anpassen. Wie macht man das? Sollte es etwa den Fall geben, dass Gäste wegen einer politischen Krise in einem Land ausbleiben, dann schliessen wir ein Hotel nicht ganz, aber fahren den Betrieb runter, machen eventuell ein, zwei Etagen zu, geben einigenMitarbeitern verlängertenUrlaub und konzentrieren uns auf die verbliebenen Gäste. Wir passen also die variablen Kosten an, aber komplett schliessen würden wir nur, wenn die Lage ganz übel wäre. Was ist eine Auslastung, mit der Sie zufrieden sind? Achtzig Prozent ist schon sehr gut, und diese Auslastung wollenwir in den nächsten Jahren in Zürich etablieren. Imersten Jahr hattenwir bereits in einigen Monaten neunzig Prozent, das war grandios. Haben Sie mehr Business- oder mehr Leisure-Gäste? Eindeutigmehr Leisure-Gäste. Das Verhältnis ist achtzig zu zwanzig. Das liegt daran, dass sich nur Leute aus dem C-Level unsere Preise für Geschäftsreisen leisten möchten. Wenn Sie sich Ihre gute Lage in Zürich, aber auch in Genf und Luzern an- sehen, könnten Sie sich vorstellen, in der Schweiz weiter zu wachsen? Auf jeden Fall. Wir hätten sehr gern ein Ski- resort in den schönen Schweizer Alpen. Wenn sich dort eine Möglichkeit auftut, sagen wir ganz sicher nicht Nein. Dominik G. Reiner hat Tourismus- und Hotel- management an der International School of Mana- gement (ISM) in Dortmund, der Hawaii Pacific University in Honolulu sowie in Neuseeland studiert. Im Jahr 2014 hat er das Executive-MBA-Programm des Royal Melbourne Institute of Technology in Australienabgeschlossen.SeineKarrierebeiManda- rin Oriental begann er 2004 im Mandarin Oriental Hyde Park, London als Management Trainee. Es folgten zahlreiche Führungsaufgaben innerhalb des Unternehmens, sowohl in Europa als auch in den USA. Später leitete er das Münchner Haus. Heute ist Reiner General Manager des Mandarin Oriental Savoy, Zurich und berät als Area Vice Manager, Operations, ausserdem die Mandarin-Oriental-Hotels in Genf, Luzern, München und Wien. Seit 1923 ist das Savoy Baur en Ville (heute Mandarin Oriental Savoy ) die Heimat der Vereinigten Zünfte zur Gerwe und zur Schuhmachern. Die Zunftthemen umfassen Lederbearbeitung, Schuhherstellung und -reparaturen. Am 28 . November 1924 feierten die Ver- einigten Zünfte ihr erstes Rechenmahl im Hotel. Nächste Doppelseite: Hell lodert dem Besucher beim Betreten des Hauses diese Feuerwand entgegen. Sie trennt den Eingangsbereich von der dahinterlie- genden Hotelhalle.
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