Mandarin Oriental Savoy
18 | 19 Du 932 Herr Reiner, das Hotel Savoy in Zürich und Mandarin Oriental haben beide eine lange, traditionsreiche Geschichte. Wie herausfordernd war es, die Historie beider zu vereinen? Eine solche Symbiose ist natürlich nicht ein- fach. Das Hotel Savoy war das älteste Grand- hotel Zürichs mit einer bewegten Geschichte. Unsere Aufgabe war es, diese Geschichte zu bewahren und das Hotel trotzdem in unserem Sinne zu transformieren. So haben wir etwa die Anzahl der Zimmer von 104 auf 80 verklei- nert, um grössere Zimmer und mehr Suiten zu schaffen und somit unseren Gästen zusätz- lichen Komfort zu bieten. Aber es finden sich noch viele Elemente aus dem Savoy, etwa die grosse Wendeltreppe, die vom Erdgeschoss zu den Banketträumen führt, der denkmalge- schützte Ballsaal mit seinen beeindrucken- den Marmorsäulen, das holzgetäfelte Zunft- zimmer, das wie seit Jahrzehnten die Zünfte der Gerber und der Schuhmacher beherbergt, «Unsere Gäste sollen sich geborgen fühlen» Dominik G. Reiner ist als Area Vice President, Operations, bei Mandarin Oriental für die Hotels in Genf, Luzern, München, Wien und Zürich verantwortlich und leitet das Zürcher Haus als General Manager. Im Interview spricht er über dessen Besonderheiten, über den Umbau des Hotels und die Herausforderungen der aktuellen geopolitischen Lage für sein Geschäft. DOMINIK G. REINER im Gespräch mit OLIVER PRANGE oder das Restaurant Orsini, das den Sprung in die Moderne geschafft hat. Wir sind letztlich sehr stolz, ein so traditionsreiches Haus an so einem prestigeträchtigen Platz zu haben. Mitten in Zürich, im Herzen der Schweiz. Und doch begann die Geschichte von Mandarin Oriental in Hongkong und Bangkok. Wie viel Asien steckt im Zürcher Haus? Wie alle Mandarin-Oriental-Hotels haben wir einen eigenen Fächer, der in der Lobby hängt und sich als Designelement im Haus immer wiederfindet, aber nicht omnipräsent ist. Un- ser Interior-Designer Tristan Auer hat ihn für uns in den Zürcher Kantonsfarben entworfen. Ansonsten bemerkt man unser asiatisches Erbe vor allem im Service. Er ist unaufdring- lich und dezent, aber absolut aufmerksam. Ausserdem gibt es asiatische Akzente in der Küche oder in den Cocktails. Aber uns ist es wichtig, dass wir eine klare Anbindung an den Ort haben und nicht ein asiatischer Aus- senposten sind. Das Lokale ist unser Anker- punkt, und so soll unser Hotel auch ein Treff- punkt für Locals sein. Es ist also einMittelweg. Welche Atmosphäre möchten Sie mit dem Hotel vermitteln? Auf keinen Fall möchten wir pompös auftre- ten, sondern einladend und gemütlich. Un- sere Gäste sollen sich bei uns geborgen fühlen, und dabei hilft uns, dass wir nicht ein riesiges Haus sind. So können wir einen sehr persön- lichen Kontakt zu ihnen halten. Sie waren nicht die Einzigen, die sich um den Neubetrieb des Savoys beworben haben. Warum haben Sie sich letztlich durchgesetzt? Unser Designkonzept war sicher sehr gut. Das ist das eine. Und dannhabenwir natürlichmit unseren Häusern in Mailand, Genf, Luzern oder München bewiesen, dass wir traditions- Die legendäre Wendel- treppe des Hotels ist von einem gewaltigen Leuchter geprägt.
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